Spende Blut? Rette Leben? Drucken E-Mail
Geschrieben von: Daniel Frey   
Freitag, 18. Juni 2010 um 16:22

Spende Blut - Rette Leben! Mit diesem Slogan wirbt der Blutspendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) seit Jahrzehnten um Spender. Und immer wieder in den Sommermonaten machen dramatische Appelle in den Medien auf einen Mangel an Spenderblut aufmerksam. Doch wenn ein schwuler Mann Blut spenden will, wird der am Blutspendezentrum abgewiesen. Er gilt als Risiko. Pink Cross fordert das SRK auf, diese diskriminierende Praxis einzustellen.

Sätestens bei Frage 16 ist für spendewillige schwuler Männer Endstation: Auf dem Fragebogen für Blutspender wird nach "sexuellen Kontakten unter Männern seit 1977" gefragt, und wer hier mit "Ja" antwortet, ist durchgefallen, gehört für das SRK zu einer Risikogruppe und darf nicht spenden. Egal ist dabei, ob der schwule Spendewillige seit Jahren in einer festen Partnerschaft lebt oder seit mehr als einem Jahr nur mit einem Partner verkehrte. Für den Blutspendedienst gilt immer noch die Gleichung: Schwul = Gefahr. Pink Cross, der nationale Dachverband der schwulen Männer in der Schweiz fordert das SRK auf, diese diskriminierende Praxis sofort einzustellen und die entsprechende Frage aus dem Fragebogen für Spendewillige Personen zu entfernen. Monogam lebende Homosexuelle sind genauso wenig eine Gefahr für die Gesundheit von Blutempfängern wie monogam lebende Lesben oder Heterosexuelle.

Pink Cross hat durchaus Verständnis dafür, dass Spendewillige mit wechselnden Sexualkontakten vor einer Blutspende durch die zuständigen Ärzte kritisch bewertet werden. Schliesslich geht es darum, die Gesundheit der Blutempfänger zu schützen. Diese kritische Beurteilung muss aber für alle Spendewilligen genau gleich gelten, unabhängig davon ob sie homosexuell oder heterosexuell leben.