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| Eklat am CSD in Berlin |
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| Geschrieben von: Daniel Frey |
| Montag, 21. Juni 2010 um 15:18 |
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600'000 Schwule und Lesben feierten am Samstag in Berlin ausgelassen den CSD. Den Abschluss der Parade machte die feierliche Übergabe des Zivilcourage-Preises vor dem Brandenburger-Tor an die Gender- und Queer-Theoretikerin Judith Butler. Judith Butler, die an der kalifornischen Universität Berkeley lehrt, liess sich feiern und loben - um den Preis dann zu verweigern, weil ihr der CSD zu oberflächlich und zu kommerziell sei. Die 54-jährige Theoretikern erklärte dann, dass sich die Veranstaltung nicht stark genug gegen doppelte Diskriminierung - etwa von lesbischwulen Migranten - einsetze. Sie schlug dann vor, den Preis stattdessen an Organisationen wie GLADT, einem Verein von türkeistämmigen Lesben und Schwulen, zu geben. Zudem lobte die sie den alternativen Transgenialen CSD, der seit einigen Jahr im Berliner Stadtteil Kreuzberg stattfindet. Dort setzten sich die Teilnehmer noch mit "den grossen Fragen von Krieg und Frieden und sexueller Identität in einer modernen Gesellschaft" auseinander. Ganz konsequent war Butler in ihrer Ablehnung allerdings nicht: Wie queer.de berichtete, liess sie sich Flug und Aufenthalt im Luxushotel Adlon - direkt beim Brandenburger Tor - von den Veranstaltern des CSD zahlen. Tülin Duman ist GLADT-Geschäftsführerin und kommentiert die Ablehnung des Zivilcourage-Preises durch Judith Butler wie folgt: "Ob es um den Einwanderungs- und Integrationsdiskurs in Deutschland geht oder um die Auslandseinsätze der Bundeswehr im Irak oder in Afghanistan: Immer geht es offiziell auch um uns. Als Frauen und queere Menschen sollen wir verteidigt werden gegen die sexistischen und homophoben Muslime und MigrantInnen. Einige feministische und schwule AktivistInnen sind Teil einer Maschinerie, die die Welt gern in zwei Blöcke teilen würde: Hier die Guten, dort die Bösen. Unsere Welt lässt sich nicht teilen - so wenig wie sich unsere Erfahrungen teilen lassen in Sexismus/Homophobie oder Rassismus. Von Judith Butlers Rede bei der Abschlusskundgebung des CSD und ihrer Ablehnung des Zivilcourage-Preises geht das wichtige Signal aus, Mehrfachzugehörigkeiten und Mehrfachdiskriminierung in den Fokus zu nehmen. Nur so werden wir wirksame Arbeit leisten können, die in einer globalisierten Welt und in komplexer gewordenen Gesellschaften funktioniert. Homo gleich deutsch, migrantisch gleich homophob lässt sich heute niemandem mehr verkaufen." |
Schwugenda
3gang |










